„fluid“ – Absolventenausstellung im Sommersemester 2019

 

„fluid“ – Werkschau
Vernissage am 19. Juli 2019, ab 19 Uhr

translating procedural beauty – von Felicia Fuchs

 

… „fluid“? Unter diesem Motto präsentieren sich die Absolventinnen und Absolventen des Sommersemesters 2019.

„fluid?“ – Wie bitte? – … flüssig sein, flüssig werden, fließen und flüssig bleiben … Oder: Die Vielfalt von Formen und ihre Übergänge. … Aber auch: Erstarrtes verflüssigen!

Zu sehen gibt es u.a. Apps und Virtuelles, Fotos und Filme, Illustrationen und Comics, Texte, Magazin- und Buchgestaltung, Werbung, Corporate Design und Visualisierungen, Objekte, Produkte und Konzepte …  alle Arten von Abschlussarbeiten.

Hier werden neue Techniken ausprobiert, Soziales erforscht, Märkte erschlossen, Probleme gelöst und vor allem … kommuniziert.

Gezeigt werden … opulente Fotobücher, wie eines mit Naturfotografien zur Schönheit des Nordens in Zeiten des Klimawandels … futuristische, aber körperfreundlichere Mode, die bei Wirbelsäulenverkrümmung helfen kann … ein böses Spiel mit der eigenen Schlagfertigkeit … ein Reiseführer als Impulsgeber für die verwunschene Region rund um den Ochsenkopf im Fichtelgebirge … ein Projekt zum Thema „Scham und Schämen“ … und gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Wohnungsnot: wahre, schräge und erschütternde Geschichten aus Wohn-„Gemeinschaften” … tiefe Einblicke in den „Backstage“-Bereich, einen Mythos der Pop-Kultur … oder ein Film über die existentiellen Aspekte des Maibaum-Stehlens  …

Die Themen und Aufgaben von Design sind vielfältig. Der Studiengang Design an der TH Nürnberg deckt sie mit folgenden Modulen ab … mit Cast (Audiovisuelle Kommunikation im Internet/ Video und Bewegtbild), CGI (Computer Generated Imaging), CGO (Computer Generated Object Design/Virtuelles Produktdesign), Film & Animation, Fotografie, Illustration, Interaktionsdesign, Grafik Design, Raum- und Eventdesign, Typografie und Verbale Kommunikation (Multimediale Sprachgestaltung/ Language in Media and Design).

Und weil die Abschlussarbeiten angefertigt werden, um wahrgenommen zu werden, freuen sich die AbsolventInnen natürlich über Publikum. Treffen Sie Studierende und Lehrende an der Vernissage der Werkschau am 19. Juli 2019 – ab 19 Uhr – in der Fakultät Design der TH Nürnberg.

Und hier noch ein paar Arbeiten, die bei der Werkschau zu sehen sind …

„KREATIVISMUS“ –  von Laura Michéle Kniesel

Jeder will doch kreativ sein. Jeder soll doch innovativ sein. – Aber ist das nicht schon ein „-ismus“? Eine Ideologie, ja ein Religionsersatz. – Doch: Kreativ im Supermarkt (vielleicht im Umgang mit Einkaufswagen)?Kreativ als Sachbearbeiter? Kreativ auf dem Bau? – Kreativ immer und überall. Wo liegt da der Denkfehler? – Laura Michéle Kniesel entwickelte ein Fotobuch zum „Kreativzwang“ und zeigt mit Zitaten und Bildern, wie sehr und wie oft wir diesem Zwang ausgesetzt sind – und was er mit jedem einzelnen von uns macht.

„Ayda“ – Armenien und seine Konflikte mal ganz anders. Ein fotografischer Essay über „Heimat“ – von Diana Danoyan

Armenien? Mal keine Klischees, mal nicht die üblichen Reflexe … Stattdessen: Die Großmutter und der Granatapfelbaum. Wie Früchte wachsen wir nicht unabhängig von den Bäumen. Was prägt unsere genetischen Merkmale, unser Aussehen, unsere Charakterzüge? – Auf wie viele Geschichten greifen wir zurück und wie viel Geschichte wächst in uns heran?

„ratfink“ – eine App gegen zu viel Zucker – von Jasmin Jesberger

Noch müssen wir auf die verbraucherfreundliche Kennzeichnung von Lebensmitteln warten. Jetzt hilft eine App. – … Diabetes gehört schon jetzt zu den größten Volkskrankheiten in Deutschland. Aber das ist nicht die einzige Art und Weise, in der zu viel Zucker uns belastet oder unser Leben verkürzt … – Jeder weiß, dass Zucker ungesund ist. Trotzdem essen (und trinken) wir viel zu viel davon: Zucker in Süßigkeiten und Softdrinks, aber auch versteckt in Suppen und Saucen. Ja sogar in Fertigpizza. Gerade dieser „versteckte Zucker“ ist ein Massenphänomen, vor dem man sich bislang kaum schützen kann. Denn wer durchforstet schon das Kleingedruckte? – Nun ermöglicht es eine App, den Zuckergehalt von Produkten schnell und unkompliziert zu ermitteln. Einfach durch das Scannen des Barcodes. Zudem verschafft einem „ratfink“ einen Überblick über die eigene Zuckeraufnahme, stellt Vergleiche her, gibt Tipps und kann so nachhaltig zu einer gesünderen Ernährung beitragen.

KatharSys – Concept Art für ein Computerspiel – von Matthias Friedt

Der Glaube an technische Lösungen ist stark. Oft zu stark. – Das ist das Thema des Videospielkonzepts von Matthias Friedt. – Stellen wir uns vor, wir könnten auch Schlaflosigkeit, Depressionen und andere psychische Erkrankungen heilen. Auf Knopfdruck. Die Sehnsucht wäre groß, das auszuprobieren. Ein Massenmarkt. Ein Heilsversprechen. Was aber, wenn etwas schief geht und wir dann in einer lebensfeindlichen Virtuellen Realität landen? – Gefangen in einer unwirklichen Welt muss der Anwender gegen die Bedrohungen seines eigenen Verstandes bestehen und dagegen ankämpfen, von seinen Ängsten verschlungen zu werden.

meta – Das bleibt unter uns – Datenschutz und Privatsphäre leicht gemacht – von Melanie Bellgardt

Was unter uns bleibt, ist längst nicht mehr so klar. Privatwirtschaftliche, aber auch staatliche Datenkraken bedrohen das, was wir als „Privatsphäre“ kennen: unsere kleinen und großen Geheimnisse, letztlich … unser Ich. – Wir alle besitzen ein Smartphone. Es ist unser täglicher Begleiter, unsere Verbindung zur Welt. Jeden Tag produzieren wir unfassbare Mengen an Daten und teilen diese ungehemmt. Wir haben nur eine vage Ahnung, wer diese Daten erhält und verarbeitet. Und was das für uns bedeutet. – Einerseits genießen wir die Vorzüge des Internets. Andererseits bleibt ein mulmiges Gefühl. Denn wer, wenn nicht wir, sollte die Entscheidungsgewalt über all unsere Informationen haben. – Also: Warum ist es so wichtig, besser auf unsere Daten aufzupassen? Und wie können wir unsere Privatsphäre schützen?

translating procedural beauty – Analoges und die Digitalisierung der Kreativität – von Felicia Fuchs

Ob Designer oder Künstler, der „Kreativ-Arbeiter“ arbeitet mittlerweile digital. Das hat unter anderem mit dem Workflow zu tun, auch mit dem Vertrieb von Werken. Vieles geht auf diese Weise einfacher und schneller. Man bleibt flexibel. Man kann schnell mal etwas verbessern, konvertieren, etc. … Dabei besitzen analoge Ansätze oft das „gewisse Etwas“ … etwas, das man in digitalen Zeiten oft vermisst. – Was also ist die Diskrepanz zwischen analogem und digitalem Arbeiten in einem Designprozess? Und wie ließe sich beides miteinander verbinden?

„Storyteller“ – Ein Menü voller Geschichten – von Katharina Bernhard und Jasmin Fleischmann

Erlebnisgastronomie – und Geschichtenerzähler? – Menschen erinnern sich an Erlebnisse. Darauf reagiert die Eventkultur. Aber ein Event durch Storytelling? – … Geschichten zu hören ist für Kinder selbstverständlich. Märchen, Abenteuer, eigene Fantasie-Welten gehören zum Kindsein dazu. Doch wie fühlt es sich an, auch als Erwachsener mal Geschichten erzählt zu bekommen? Was geschieht, wenn man sie auch riechen und sogar schmecken kann? – Im April 2019 durften 40 Gäste einen besonderen kulinarischen Abend erleben – inspiriert und begleitet von vier Kurzgeschichten. – Vier Geschichten, vier Räume, vier Gänge mit allen fünf Sinnen. – Jetzt liegt eine umfassende Dokumentation vor.

Vernissage

Freitag, den 19. Juli 2019, ab 19 Uhr, Fakultät Design der TH Nürnberg – Wassertorstraße 10 / Gebäudeteil WG – D-90489 Nürnberg

 Website

fluid – Werkschau ss19.ohmschau.de

Ausstellung

Eintritt frei

Samstag, 20. Juli, 12-16 Uhr
Montag, 21. Juli, 10-18 Uhr
Dienstag, 22. Juli, 10-18 Uhr

Fakultät Design der TH Nürnberg, Wassertorstraße 10 / Gebäudeteil WG, D-90489 Nürnberg, Anfahrt

After-Show-Party

Nur dafür braucht es 5 EUR Eintritt

Freitag, den 19. Juli, ab 23 Uhr
MUZclub, Fürther Str. 63
D-90429 Nürnberg

 

Text: Christine Poplavski, Max Ackermann – Bilder: der Absolventen … etwa von Melanie Bellgardt, Matthias Friedt, Felicia Fuchs, Diana Danoyan, Jasmin Jesberger, Laura Michéle Kniesel, Katharina Bernhard und Jasmin Fleischmann