Polymorph – Design an der TH Nürnberg – Werkschau im Wintersemester 2025/26

Einladung zur Ausstellung der Absolventinnen und Absolventen – und zur Vernissage am 06. Februar 2026, ab 19:00 Uhr

Bereit für Wandel? Mit Polymorph zeigt Design seine Vielfalt! Die Absolventinnen und Absolventen der Fakultät Design präsentieren ihre Arbeiten, die beweisen: Gestaltung bleibt niemals stehen, Ideen entwickeln sich weiter, überschreiten Grenzen, verbinden sich neu und nehmen immer wieder überraschende Formen an. „Polymorph“ bedeutet „vielgestaltig“ – und genau das wird auf der Werkschau sichtbar.

Jede Arbeit hat ihre eigene Form: von Büchern, Magazinen und Spielen über Filme und Objekte bis hin zu Installationen und Podcasts führt die Werkschau durch die wandelbare Welt des Designs. Und über 40 Studierende zeigen, wie aus einem langen Prozess aus Ideenfindung, Konzipieren, Entwerfen, Verwerfen, Umformen und Weiterdenken schließlich ein fertiges Projekt entsteht.

Erleben Sie Design in all seinen Facetten – polymorph, lebendig und überraschend.

Gezeigt werden neben vielem anderen …

… ein Film, der darüber informiert, wie nachhaltige Materialien der Zukunft aussehen könnten
… eine Schriftgestaltung, die versucht, den Charakter des bairischen Dialekts einzufangen
… ein Film über das Leben mit Rot-Grün-Sehschwäche
… ein Kinder-Sachbuch über Typ-1-Diabetes, das humorvoll Wissen vermittelt und die Gefühle von Betroffenen und Angehörigen ernst nimmt
… ein Corporate Design für den Kultur- und Veranstaltungsraum Kesselhaus Bamberg
… ein Raumkonzept für Supermärkte, das sich an neurodivergente Personen richtet und deshalb Orientierungshilfen sowie Rückzugsorte bietet
… oder…
… ein Magazin, das sich mit der Frage beschäftigt, wie die deutsche Polizei in den Medien dargestellt wird und wie das unsere Sicht beeinflusst
… etc. etc. etc.

Denn: Die Themen, Aufgaben und Formen von Design sind vielfältig, überraschend, kritisch und innovativ.

Der Studiengang Design an der TH Nürnberg spiegelt diese Vielfalt ganz selbstverständlich wider. In unterschiedlichen Modulen und Fachbereichen sammeln Studierende Erfahrungen, probieren sich aus und entwickeln ihre eigene gestalterische Handschrift. Dazu gehören CAST (Audiovisuelle Kommunikation im Internet/ Audio, Video und Bewegtbild), CGI (Computer Generated Imaging), CGO (Computer Generated Object Design/ Visuelles Produktdesign), Film und Animation, Digital Imaging/ Fotografie, Grafikdesign, Illustration,Digital Experience/ Interaktionsdesign, Raum- und Eventdesign, Typografie sowie Verbale Kommunikation (Multimediale Sprachgestaltung/ Language Media and Design). Gemeinsam bilden sie ein offenes, wandelbares Feld – die Grundlage dafür, dass so viele facettenreiche Arbeiten entstehen können.

Hier mal ein Blick auf erste Highlights unserer Werkschau

Mareta Langguth-Reinzuch – Plakatieren statt Resignieren – Plakatprojekt für konkrete Utopie

„Plakatieren statt Resignieren“, Das sind Plakate für den öffentlichen Raum, die mit ihren Botschaften den Status quo hinterfragen und konkrete Utopien fördern sollen. Das Projekt trägt dazu bei, der Resignation entgegenzuwirken. Denn verschiedene und globale Krisen führen dazu, dass viele Menschen ihren Mut verlieren. Doch nur, wer sich eine gerechte und solidarische Welt vorstellen kann, und an die eigene Wirksamkeit glaubt, wird sich auch für sie einsetzen.

Begleitet wird das Projekt von einer Zeitung, die mit Ansätzen und Beispielen des so genannten „Commoning“ Möglichkeiten aufzeigen soll, die Gesellschaft aktiv mitzuformen. Denn schließlich kann man ja auch gemeinsam leben, produzieren, sich selbst organisieren und gestalten.

Ana Scheele – Der Stadtfuchs – eine animierte Mockumentary

Was tun, wenn das Tier in der Natur-Doku einfach nicht mitspielt? „Der Stadtfuchs“ erzählt von einem schlauen Überlebenskünstler der Großstadt, der unfreiwillig zur Hauptfigur einer Dokumentation wird. Während eine altkluge Erzählerstimme versucht, ihn in ein vorgefertigtes Bild zu pressen, widersetzt sich der Fuchs mit jedem seiner Schritte, mit allem, was er tut oder lässt.

Im kontrastreichen, handgemalten Schwarz-Weiß zeigt der Frame-by-Frame animierte Kurzfilm den Konflikt zwischen gängigen Naturvorstellungen und urbaner Realität – und wie nah die Wildnis längst vor unserer Haustür lebt.

Mathis Saathoff – HÆNG – flexibles Möbeldesign für Leben auf kleinem Raum

Teuerer Wohnraum, urbane Verdichtung, WG-Zimmer, Tiny Houses und andere kompakte Wohnformen: Wie können wir auf engem Raum leben und dennoch Platz haben, für das, was wir im Alltag brauchen? So etwas wie Möbel nehmen ja ziemlich viel Raum ein. „HÆNG“ aber verwandelt freie Wandflächen in funktionale Wohnbereiche.

Eine CNC-gefräste Holzplatte und Elemente, die man flexibel positionieren kann, werden zu Sitzflächen, Ablagen oder Tischen – ohne Werkzeug, jederzeit veränderbar. Mit seiner warmen, reduzierten Ästhetik bietet „HÆNG“ eine hochwertige Lösung für aktuelle Anforderungen und Probleme.

Sarah Neubing – Wütend. Weiblich. – Ein Podcast als Bühne für eine verdrängte Emotion

Wie hört sich weibliche Wut an? Und inwiefern kann man das in einem Podcast enttabuisieren und neu bewerten? „Wütend. Weiblich.“ richtet sich an Frauen, die wütend sind, an Frauen, die wütend werden wollen, und Frauen, die sich selbst (noch) nicht als wütende Frauen sehen.

Der Podcast zeigt, wie Rollenbilder den Ausdruck von Wut prägen, warum Wut oft als unweiblich gilt, wie Frauen lernen sie zu unterdrücken, und wozu das führt. „Wütend. Weiblich.“ macht diese Muster hörbar, ermutigt Frauen, ihre Wut als Ausdruck von Selbstachtung und Gerechtigkeitssinn zu begreifen, und zeigt, wie sie konstruktiv eingesetzt werden kann. Ein Instagram-Account begleitet das Projekt, visualisiert Inhalte, macht sie anschaulicher, teilbar und diskutierbar.

Marah Noack – Geburt unter Druck – Warum Hebammen wichtig sind

Wir sind alle mal geboren worden. Aber wie bringen wir das Verständnis für Geburt zurück in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft – und warum braucht es dafür Hebammen? „Geburt unter Druck“ beleuchtet einen Beruf, der für das Leben anderer Verantwortung trägt, und gleichzeitig ebenso nötig wie fordernd ist.

Das Magazin zeigt, wie politische Entscheidungen, wirtschaftlicher Zwang und fehlende Strukturen die Arbeit von Hebammen erschweren. Es macht sichtbar, wie verantwortungsvoll Hebammen handeln müssen und warum jede Geburt Zeit, Schutz und professionelle Begleitung verdient.

Philipp Denghel – An Artistic Approach to Magnetic Fluid Dynamics in CGI, für Motion Design, Film und Werbung

Wie lässt sich das Verhalten magnetischer Flüssigkeiten so simulieren, dass es den Anforderungen moderner CGI-Produktionen gerecht wird? „Simulating Ferrofluids“ ist ein technisch-künstlerisches Entwicklungsprojekt im Bereich VFX und Motion Design, das sich mit der realistischen Darstellung von magnetischen Flüssigkeiten beschäftigt.

Dafür werden zwei unterschiedliche Ansätze erprobt: eine physikalisch korrekte Simulation und ein visuell orientierter, prozedualer Ansatz. Beide werden in der Software Houdini umgesetzt und miteinander verglichen. Im Mittelpunkt stehen dabei das Aussehen der Simulation, ihre kreative Steuerbarkeit und ihr praktischer Nutzen für Motion Design, Film und Werbung.

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Weil Gestaltung davon lebt, betrachtet zu werden, freuen sich die Absolventinnen und Absolventen darauf, ihre Arbeiten und Erfahrungen mit Ihnen zu teilen.

Besuchen Sie also die Vernissage der Werkschau am 06. Februar 2026, ab 19:00 Uhr, in der Fakultät Design der TH Nürnberg und erleben Sie Polymorph im direkten Dialog mit Studierenden und Lehrenden.

Und noch ein paar Informationen zur Veranstaltung

Vernissage:
Freitag, den 06. Februar 2026, ab 19:00 Uhr
Eintritt frei

Ort:
Fakultät Design der TH Nürnberg
Wassertorstr. 10, Gebäudeteil WG, 90489 Nürnberg
Hier zur Anfahrt …

After-Party – nach der Vernissage:
Freitag, den 06. Februar, ab 23:00 bis 05:00 Uhr
Hier fehlen noch Angaben.
Wird aber rechtzeitg bekannt gegeben.

Weitere Öffnungszeiten der Ausstellung:
Samstag, 07. Februar 2026,
ab 12:00 bis 18:00 Uhr
… sowie …
Montag, 09. Februar 2026
und
Dienstag, 10. Februar 2026 –
jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr
(Achtung: Besondere Führungen nach Vereinbarung)

Website:
Hier zur aktuellen Website der Absolventinnen und Absolventen,
mit allen Arbeiten und Kontakten.
Sie findet sich auf der Plattform ohmschau,
die auch noch ältere Werkschauen zeigt.

Mehr über die Fakultät Design allgemein:
Über Module/ Fächer,
Lehre, Forschung,
Arbeiten und Aktuelles
unter:
https://d.th-nuernberg.de/
https://www.instagram.com/fakultaet.design/


Text: Magdalena Kohl, Sarah Neubing, Danylo Barabash
Bilder/Fotos: Das Katalog-Team der Werkschau Polymorph und von Absolvent*innen wie Philipp Denghel, Sarah Neubing, Marah Noack, Mareta Langguth-Reinzuch, Mathis Saathoff und Ana Scheele

28. Januar 2026

Designers’ Circle: No Shortcuts: Gute Gestaltung durch Offenheit und Ausdauer

Der Designers’ Circle fand am 20. Januar im KRUG12 statt und versammelte rund 70 Teilnehmende zu einem Vortrag von Cihan Tamti. Ausgangspunkt war eine Haltung, die sich durch den gesamten Abend zog: Im Design gibt es keine Abkürzungen. Erfolg entsteht nicht durch schnelle Sichtbarkeit, sondern durch Zielklarheit, Ausdauer und die Bereitschaft, Umwege ernst zu nehmen.

Tamti beschrieb seinen eigenen Werdegang als eine Abfolge solcher Umwege. Nach dem Studium fand er im Ruhrgebiet zunächst keinen passenden gestalterischen Job. Während er in einem Callcenter arbeitete, begann er, Plakate zu gestalten und sie auf Instagram zu veröffentlichen. Das fand zunächst vor allem international Beachtung – und inzwischen hat er über 70.000 Follower*innen, aber: „Nur Social Media reicht nicht für so ein Designbusiness.“ Sichtbarkeit könne ein Einstieg sein, sie ersetze jedoch weder Beziehungen noch eine klare inhaltliche Position.

Prägend wurden stattdessen Netzwerke und eigeninitiierte Projekte, etwa während eines Auslandssemesters in Norwegen oder durch die Orientierung an internationalen Role Models. Wie bei einem Fußball-Sammelkartenspiel stellte Tamti die Top 11 seiner Grafikdesigner zusammen, analysierte deren Arbeit und leitete daraus klare Ziele für sich selbst ab. Diese Selbstverortung mündete während der Pandemie in das Magazin „homebound“, in dem neben Beiträgen international etablierter Designer:innen auch studentische Arbeiten gezeigt wurden. Die Offenheit dieses Formats führte überraschend früh zu professionellen Aufträgen, unter anderem zur Gestaltung der Hauptlinie von Calvin Klein. Tamti beschrieb seinen Einstieg in Projekte oft als etwas naiv, zugleich aber auch als intensiven Lernprozess innerhalb komplexer Marken- und Produktionslogiken. Und oft ist es eben der unverfälschte Blick von Außen, der Neues möglich macht.

Neben internationalen Projekten betonte er die Bedeutung lokaler Gestaltung für kleine Läden oder Kulturformate, die sonst fern von professionellem Design bleiben. Immer wieder wurde deutlich, dass Projekte wachsen können, wenn deren Gestaltung ernst genommen wird – unabhängig von Budget oder Bekanntheit. Den Abschluss bildete ein Blick in seine Arbeit für die Kieler Woche 2025 mit Grafiken, statisch und animiert, in hunderten Formaten und für unterschiedlichste Medien. „So ein Projekt macht man eigentlich nur einmal im Leben.“

Seine Gestaltung versteht Tamti dabei als forschende Praxis, bei dem sich nicht jedes Projekt finanziell auszahlen muss: „Wer gestaltet, forscht – und kann das dann anwenden, wenn es darauf ankommt.“ Und wie es bei Tamti weitergeht? „Professor zu werden, ist irgendwann mal das Ziel. Die meisten Professoren lachen dann und fragen, ob ich mir das wirklich antun will – ja, will ich schon!“

Text: Sebastian Freudenberger
Fotos: Rebecca Weber

21. Januar 2026

Magazin-Launch: auch gut_ 08 – FREMD

Steine. Sie waren schon vor uns da und werden es auch nach uns sein. Sie sind stumm, schwer und reagieren nicht auf uns. Sie sind überall um uns herum, aber eigentlich wissen wir kaum etwas über sie.

Obwohl wir ständig auf Steinen laufen oder in Häusern aus Stein wohnen, bleibt ihr Wesen geheimnisvoll. In der Ausstellung NOTHING BUT STONE reißen wir sie aus diesem Zustand heraus. Plötzlich stehen sie uns gegenüber wie unbekannte Wesen oder fremde Planeten.

Dieses Setting bildet den Rahmen für den Magazin-Launch unseres Fakultätsmagazins:

auch gut_ 08 – zum Thema FREMD

Das Magazin ist das Ergebnis eines großen, interdisziplinären Projekts. Über mehrere Semester hinweg entstanden Texte und Bilder in den Modulen VERBALE, ILLU, Digital Imaging, CGI und Grafikdesign, die von unserem Editorial Design-Team in Form gebracht wurden.

Das Spektrum reicht von der Bildstrecke „Alien Fashion“ über Texte wie „Was ist das für ein Ding?“, die heute höchst befremdlich wirkende Objekte vorstellen, bis hin zu „Das Fremde in Liebe, Sex und Design“, einem Beitrag darüber wie fremd uns selbst das Intimste ist. Darüber hinaus geht es um das komplexe Zeichensystem von Queerness, um Dating-Apps und vieles mehr. Die Ausgabe umfasst unterschiedlichste Blickwinkel – selbst die fremdesten. 

Das dritte Semester Raum- und Eventdesign hat den Launch als Erlebnis geplant. Hier wird das Magazin lebendig: Wir wollen Fremdheit nicht nur lesen, sondern im Raum begreifen. Mal wirken die Steine wie Möbel, mal wie seltsame Kunstwerke. Die Perspektive wird gewechselt und dabei vielleicht entdeckt, dass das Fremde direkt vor unseren Füßen liegt. Aber was ist schon fremd?

Herzliche Einladung zum auch gut_ 08 – FREMD Magazin-Launch.

  • Wo? KRUG 12, Krugstraße 12, 90419 Nürnberg
  • Wann? 15. Januar 2026, 19:00 Uhr

Der Eintritt ist frei. Komm vorbei, damit wir uns nicht mehr fremd bleiben!

15. Januar 2026

Design Topics 1/26 – Semesterprojekte

Design Topics – Semesterprojekte: Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 22.01.2026 um 18:30 Uhr in den Ausstellungsräumen der Fakultät Design.

Wieder nutzen die Studierenden aus den Modulen Typografie, Grafikdesign, Illustration, Digital Imaging, Digital Experience und CGO die Gelegenheit, Ergebnisse aus ihren jeweiligen Semesterprojekten zu präsentieren. Die Design Topics gegen Semesterende zeigen nicht nur, was in den einzelnen Gestaltungsdisziplinen so gemacht wurde bzw. wird, sie sind gleichzeitig ein Treffpunkt für die Ausstellungsbesucherïnnen und die Designstudierenden und bieten die Chance, sich kennenzulernen und auszutauschen.

Coverdesign: © Katharina Stöger
Die Ausstellung ist geöffnet am:
Freitag, 23.01. von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
(Samstag und Sonntag keine Besuchszeiten)
Montag, 26.01. von 10:00 bis 18:00 Uhr
Dienstag, 27.01. von 10:00 bis 18:00 Uhr

14. Januar 2026

DDC Award Gold für BA-Absolvent Philip Förster

Philip Förster, Absolvent des Bachelorstudiums, wurde beim renommierten DDC Award mit Gold in der Kategorie Editorial und Text ausgezeichnet. Prämiert wurde seine Bachelorarbeit aus dem Sommersemester 2025 mit dem Titel „Erinnern — Eine Dokumentation rechten Terrors in Nürnberg“.

In seiner Abschlussarbeit setzt sich Philip Förster intensiv mit den rechtsterroristischen Mordanschlägen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) in Nürnberg auseinander. Das Projekt ist als dokumentarisches Archiv angelegt und verfolgt ein klares Ziel: rechte Gewalt sichtbar zu machen und dem gesellschaftlichen Vergessen entgegenzuwirken.

Die Arbeit vereint unterschiedliche dokumentarische Formate wie Essays, Transkriptionen, Interviews, Fotografien und Archivmaterialien. Betroffene, Journalist:innen, aktivistische Gruppen und Expert:innen kommen zu Wort und eröffnen vielschichtige Perspektiven auf die Taten, ihre Folgen und die Mechanismen des Erinnerns. Dadurch wird die Thematik nicht nur historisch aufgearbeitet, sondern auch in ihrer Bedeutung für die Gegenwart erfahrbar gemacht.

Herausragende gestalterische Umsetzung
Der Sammelband ist als offenes dokumentarisches Archiv konzipiert: Aktenbinder und DIN-A4-Format verweisen bewusst auf bürokratische Strukturen und markieren das Nicht-Abgeschlossene des NSU-Komplexes. Materialität, Formatwechsel und typografische Setzungen übersetzen die Vielschichtigkeit der Beiträge in eine klare, analytische Gestaltung und ermöglichen einen zugänglichen Umgang mit einem komplexen Thema.

Bereits im Sommersemester 2025 wurde „Erinnern — Eine Dokumentation rechten Terrors in Nürnberg“ mit dem Preis der Fakultät Gestaltung ausgezeichnet. Die nun erfolgte Prämierung mit dem DDC Award Gold unterstreicht die gestalterische, inhaltliche und gesellschaftliche Relevanz des Projekts eindrucksvoll.

Wir gratulieren Philip Förster herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung.

https://www.ddc.de/de/wettbewerb/ddc-award-2025/auszeichnungen/editorial-text/EDI-0227-erinnern.php

Die Bachelorarbeit wurde betreut von Prof. Markus Lange und Prof. Dr. Christoph Schaden.

13. Januar 2026

Designers’ Circle: Gastvorträge an der Fakultät Design im Wintersemester 2025/2026

Der Designers’ Circle ist die Gastvortragsreihe an der Fakultät Design. Designer*innen aus unterschiedlichen Bereichen geben Impulse und zeigen Wege aus dem Studium auf. Die Reihe wird von Sebastian Freudenberger, Amelie Baumer und Tim Böhmerle vom DESIGNVEREIN ehrenamtlich und mit Unterstützung vieler DV-Mitglieder organisiert. Viermal pro Semester, immer an Dienstagen um 19:00 Uhr und an wechselnden Kreativorten in Nürnberg+.

Ein echter Academy Award zum anfassen: Oscargewinnerin Ernestine Hipper bei ihrem Vortrag im Sommersemester 2025. Foto: Giuseppe Troiano

Im Wintersemester 2024/2025 an vier Orten: Fakultät Design, DESIGNVEREIN, Bellaworx und KRUG12.

Die Termine in der Übersicht:
28.10.2025: Ann-Christin Ahrens: BVG Audio Branding – Service Design zum Hören
25.11.2025: Viktoria Hager: Emojis zwischen Macht, Kommerz und Utopie
09.12.2025: Stephan Dybus: Vom biografischen Erleben zur visuellen Sprache
20.01.2026: Cihan Tamti: No Shortcuts: Gute Gestaltung durch Offenheit und Ausdauer.

9. Januar 2026

Designers’ Circle: Vom biografischen Erleben zur visuellen Sprache

Beim letzten Designers’ Circle berichtete Stephan Dybus über seine Arbeit und seinen Weg als Visual Artist. Nach einem offenen Grafikstudium in Halle arbeitete er zunächst nicht im Kreativbereich, sondern als Store Manager bei Breuninger. Mit der Zeit merkte er, dass der auf Perfektion und Umsatz ausgerichtete Arbeitsalltag für ihn immer deprimierender wurde. Die Frage, wie er kreativ weiterarbeiten möchte, wurde für ihn zentral.

Er begann daher, jeden Tag eine Illustration zu erstellen, immer mit derselben reduzierten Fünffarbpalette. Diese Routine half ihm, dranzubleiben und neben dem Job einen eigenen Ausdruck zu entwickeln. Parallel entdeckte er 3D-Art und Animation für sich. Zunächst kombinierte er analoge Aquarellhintergründe mit digitalen Elementen und entwickelte daraus nach und nach einen szenischen Stil. Seine Bilder beschreibt er als kleine Bühnen.

Ein Beispiel seiner Arbeitsweise ist das Projekt „Steve the Painter“. In einer Ausstellung wurden scheinbar analoge Leinwandbilder gezeigt, die sich per QR-Code als Teil eines animierten 3D-Projekts entpuppten. Damit wollte Dybus zeigen, wie leicht Erwartungen entstehen und wie sie sich verschieben lassen.

Seine Figuren sind bewusst reduziert gestaltet, sollen aber trotzdem Gefühle transportieren. In den letzten Jahren hat sich sein Stil verändert: Die Arbeiten sind farbenreicher geworden, während er früher hauptsächlich mit der festen Palette gearbeitet hat. Diese Offenheit empfindet er heute als passender zu seiner Art zu arbeiten.

Inzwischen ist Dybus als Visual Artist etabliert und bewegt sich zwischen Illustration, 3D und Animation. Trotz der Veränderungen in Technik und Stil bleibt die klare, humorvolle Haltung ein wiederkehrendes Element seiner Arbeiten.

Text und Fotos: Amelie Baumer

12. Dezember 2025

Eignungsprüfung für das Sommersemester 2026 Bachelorstudiengang Design

Die Eignungsprüfung für das Sommersemester 2026 findet in den Räumen der Fakultät Design statt.

Wenn Sie sich im Dezember 2025 für einen Designstudienplatz bei uns beworben haben und die von Ihnen eingereichten Arbeitsproben mit Erfolg bewertet wurden (Sie werden rechtzeitig benachrichtigt), ist der nächste Schritt auf dem Weg zum Studienplatz die Teilnahme an der Eignungsprüfung an der Fakultät Design. Merken Sie deshalb bereits jetzt den Termin vor.

An den beiden Tagen – Montag und Dienstag jeweils von 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr – arbeiten die Bewerberïnnen für einen Studienplatz im Bachelorstudiengang Design an verschiedenen kreativen Aufgaben.
Die Eignungsprüfung beginnt am Montag mit einem kurzen theoretischen Test, anschließend folgt eine Aufgabe aus dem Bereich Layout/Typografie/Komposition. Am Nachmittag steht die Erstellung eines Storyboards auf dem Programm.

Am Dienstag folgt eine Aufgabenstellung wahlweise aus Illustration oder Fotografie oder Film (Technik zur Digitalisierung erforderlich). Abschließend gibt es Einzelgespräche (kein Prüfungsteil) mit Kollegïnnen aus dem Professorïnnenkollegium.

8. Dezember 2025

Designers’ Circle: Emojis zwischen Macht, Kommerz und Utopie

In der aktuellen Ausgabe des Designers’ Circle widmete sich die Kommunikationsdesignerin Viktoria Hager einer Bildsprache, die wir täglich nutzen, aber selten hinterfragen: Emojis. In ihrem Forschungsprojekt „Iconic Type” untersuchte sie, wie diese Symbole entstehen und welche Machtverhältnisse sie prägen.

Wie viel wissen wir eigentlich über die Werkzeuge, die unsere digitale Kommunikation bestimmen? Emojis wirken universell, unterscheiden sich jedoch je nach Gerät und tragen kulturelle Bedeutungen in sich. Dabei steckt hinter jedem neuen Emoji ein klar definierter, bürokratischer Prozess beim Unicode-Konsortium. In diesem Gremium dominieren große Tech-Konzerne wie Apple, Google oder Meta – und damit westlich geprägte Perspektiven.

Anhand prominenter Beispiele zeigte Viktoria Hager, wie Communities dennoch Einfluss nehmen können. Ein Beispiel ist das von Rayouf Almuhedi initiierte Hijab-Emoji, ein anderes das Sauna-Emoji, das auf ein finnisches Vorschlag zurückgeht. Gleichzeitig werden gesellschaftlich relevante Themen wie ein explizites Perioden-Emoji seit Jahren nicht umgesetzt. Stattdessen wurde lediglich ein allgemeiner Blutstropfen aufgenommen – ein Kompromiss, der laut Hager die Frage nach Repräsentation offenlässt, denn: „Fakt ist Emojis reproduzieren Vorurteile und Vorannahmen die wir von der Gesellschaft haben“

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags lag auf der vermeintlichen Neutralität der gelben Emoji-Gesichter. Hager machte deutlich, dass auch dieses Design historische und kulturelle Entscheidungen widerspiegelt. Die spätere Einführung variabler Hauttöne war zwar ein wichtiger Schritt, zeigt aber zugleich, wie sehr Emojis gesellschaftliche Normen, Vorannahmen und Ausschlüsse reproduzieren.

Zum Abschluss lud Hager dazu ein, Emojis als gestaltbare und nicht als gegebene Systeme zu begreifen und Designtheorie als zusätzliches Werkzeug im Design-Werkzeugkoffer einzusetzen, um Kommunikationsmittel kritisch zu betrachten und neue, inklusivere Bildsprachen zu entwerfen.

Text: Sebastian Freudenberger

28. November 2025