Designers’ Circle: Vom biografischen Erleben zur visuellen Sprache

Beim letzten Designers’ Circle berichtete Stephan Dybus über seine Arbeit und seinen Weg als Visual Artist. Nach einem offenen Grafikstudium in Halle arbeitete er zunächst nicht im Kreativbereich, sondern als Store Manager bei Breuninger. Mit der Zeit merkte er, dass der auf Perfektion und Umsatz ausgerichtete Arbeitsalltag für ihn immer deprimierender wurde. Die Frage, wie er kreativ weiterarbeiten möchte, wurde für ihn zentral.

Er begann daher, jeden Tag eine Illustration zu erstellen, immer mit derselben reduzierten Fünffarbpalette. Diese Routine half ihm, dranzubleiben und neben dem Job einen eigenen Ausdruck zu entwickeln. Parallel entdeckte er 3D-Art und Animation für sich. Zunächst kombinierte er analoge Aquarellhintergründe mit digitalen Elementen und entwickelte daraus nach und nach einen szenischen Stil. Seine Bilder beschreibt er als kleine Bühnen.

Ein Beispiel seiner Arbeitsweise ist das Projekt „Steve the Painter“. In einer Ausstellung wurden scheinbar analoge Leinwandbilder gezeigt, die sich per QR-Code als Teil eines animierten 3D-Projekts entpuppten. Damit wollte Dybus zeigen, wie leicht Erwartungen entstehen und wie sie sich verschieben lassen.

Seine Figuren sind bewusst reduziert gestaltet, sollen aber trotzdem Gefühle transportieren. In den letzten Jahren hat sich sein Stil verändert: Die Arbeiten sind farbenreicher geworden, während er früher hauptsächlich mit der festen Palette gearbeitet hat. Diese Offenheit empfindet er heute als passender zu seiner Art zu arbeiten.

Inzwischen ist Dybus als Visual Artist etabliert und bewegt sich zwischen Illustration, 3D und Animation. Trotz der Veränderungen in Technik und Stil bleibt die klare, humorvolle Haltung ein wiederkehrendes Element seiner Arbeiten.

Text und Fotos: Amelie Baumer

12. Dezember 2025