Dokumentation einer Ausstellung: Bauhaus und die Fotografie – in einem Cast-Video

Wissen. Sehen. Verstehen. – Drei Schlüsselbegriffe aus der audiovisuellen Kommunikation, die den Spagat andeuten, der bei einer Video-Dokumentation zu bewältigen ist.

Was wenn eine Ausstellung über „Bauhaus und die Fotografie“ den Untertitel „Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst“ trägt? Wie beteiligt sich eine Fakultät für Design? Und wie wäre das zu dokumentieren?Oder noch deutlicher: Studierende der Fakultät DESIGN haben zu dieser Ausstellung einerseits computergenerierte Bilder („subjektive GGI“) beigesteuert, während andere Studierende den Auftrag zur Dokumentation der Ausstellung übernommen haben.

Die Video-Dokumentation ist im Internet sichtbar (youtu.be/Lugwwz2qO18); die Ausstellung wandert 2019 von Düsseldorf (bis 10.3.) nach Berlin (ab 12.4.) und später nach Darmstadt (ab 20.9.).

Um das vorweg zu nehmen: Das Video ist nicht in das Sehen an sich verliebt. Und es spiegelt nicht allein die historische Sicht des Bauhauses wider. Vielmehr bewältigen die vier Studierenden Daniel Becker, Luca Gruber, Katharina Liebl, Paul Quednau sehr gut die Aufgabe, eine eigene Geschichte über den Eröffnungstag der Ausstellung in Düsseldorf zu erzählen.

Deswegen sehen wir in dem Video teilweise menschenleere Ausstellungsräume – piekfein herausgeputzt für die Vorabberichte der Zeitungen und Fernsehmagazine. Später dann eine Tanz-Performance und das Premierenpublikum. Aber auch drei Interviews mit den verantwortlichen Kuratoren (Prof. Dr. Hemken, Prof. Dr. Schaden, Prof. Dr. Scholz).

Die Dokumentation beginnt mit einer Irritation: Eine übergroß abgefilmte Aufnahme eines übergroßen Auges. Was bedeutet das Auge eines Elefanten, das in der Dokumentation auf das Publikum blickt? Nach Bildstörungen (einer Kunstinstallation am Eingang der dokumentierten Ausstellung) wird klar: Das Video des Elefanten ist in der Ausstellung auf drei großen Leinwänden zu sehen und steht für das Irritierende der kompletten Ausstellung: Was denkt der Elefant, was sieht der Elefant, während die Kamera auf ihn blickt? Was sehen wir, wenn wir auf die Kameraaufnahmen vom Elefanten sehen? Hat sich der Elefant wirklich zum Sterben hingelegt?

Im Video lassen die Interviews und weitere Kommentare aus dem Publikum Schritt für Schritt erkennen, dass das Thema Bauhaus und die Fotografie weit reicht: Von eher einfacher Objekt-Fotografie aus der Bauhaus-Schule über Kunstaufnahmen der vergangenen Jahrzehnte bis hin zum neuen Sehen mit Virtual Reality-Brillen. Es ist diese Bandbreite, die die Bedeutung der Bauhaus-Schule für die fotografische Kunst verdeutlicht. Diese Bandbreite aber treibt parallel die eigene Imagination voran: Was wird in den kommenden Jahrzehnten das „Neue Sehen“ in der Gegenwartskunst sein?

Inspiration gefällig?

Auf Youtube unter youtu.be/Lugwwz2qO18

Oder direkt in der Ausstellung vom 12. April bis 25. August 2019 im Museum für Fotografie in Berlin
oder vom 20. September bis 5. Januar 2020 in der Kunsthalle Darmstadt.

Prof. Walter Mehl