Taubennester erklärt

Tauben als Nestbauer - kleine Architekten mit großen Träumen

Wenn man an Vogelnester denkt, kommt einem oft kunstvoll geflochtene Meisterwerke in den Sinn. Robust, harmonisch,sorgfältig. Doch dieser Eindruck täuscht, denn Tauben gehen mit ihren Nester-ideen anders vor als die meisten Vögel.

Minimalistisch und auch effektiv?

Tauben bauen ihre Nester aus Zweigen, Ästchen, Wurzeln, Taubenkot und sonstiges Material. Besonders Stadttauben nutzen ihren eigenen Kot, um das Nest zu verfestigen und zusammenzuhalten, was jedoch zu einer eher hygienisch bedenklichen Konstruktion führt. Tatsächlich verfolgen Tauben einen eher minimalistischen Ansatz: Sie investieren nur so viel Energie wie nötig, um einen sicheren Platz für ihre Eier zu schaffen.Tauben können schnell neue Nester errichten und flexibel auf Veränderungen reagieren. Das ist besonders in der Stadt ein Vorteil, wo Nistplätze häufig gestört oder entfernt werden.

Wer baut das Nest?- Teamarbeit im Nestbau

Taubennester werden von beiden Partner gebaut, wobei das Männchen meist das Material herbeischafft und das Weibchen das Nest am Nistplatz zusammensetzt. Dabei steckt sie das gebrachte Material lose ineinander oder unter ihren Körper.

Tauben verwenden ihre Neste immer wieder und entfernen – anders als viele andere Vogelarten – die Ausscheidungen ihrer Küken nicht. Dadurch wächst das zunächst leichte Nest mit der Zeit zu einem stabilen, schalenartigen Gebilde heran, in das manchmal auch ungeschlüpfte Eier und mumifizierte Überreste verstorbener Jungtiere eingearbeitet sind.