{"id":40,"date":"2017-03-27T13:44:18","date_gmt":"2017-03-27T11:44:18","guid":{"rendered":"https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/?page_id=40"},"modified":"2017-04-03T08:41:11","modified_gmt":"2017-04-03T06:41:11","slug":"ein-blick","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/ein-blick\/","title":{"rendered":"Ein Blick"},"content":{"rendered":"<p><strong><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-43 alignleft\" src=\"https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2017\/03\/Buchbild-2-826x1024.png\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2017\/03\/Buchbild-2-826x1024.png 826w, https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2017\/03\/Buchbild-2-242x300.png 242w, https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2017\/03\/Buchbild-2-768x952.png 768w, https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2017\/03\/Buchbild-2-340x422.png 340w, https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2017\/03\/Buchbild-2-840x1042.png 840w, https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2017\/03\/Buchbild-2-145x180.png 145w, https:\/\/d.th-nuernberg.de\/bw\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2017\/03\/Buchbild-2.png 875w\" sizes=\"(max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/>Gedanken zu einer Malerei von Ralph Dobratz<\/strong><\/p>\n<p>Schauen wir uns das zun\u00e4chst einmal an.<\/p>\n<p>Und lesen. Was ist ein Bild?<\/p>\n<p>Dumme Frage, eigentlich. Wir sehen es doch. Das Bild ist eben das, was gerade vor uns ist. Vor uns, auf dem\u00a0Bildschirm, jetzt, in diesem Moment.<\/p>\n<p>So einfach ist das. Aber dennoch suchen wir etwas, wir k\u00f6nnen nicht anders.\u00a0Wir schauen genauer und werden best\u00e4tigt.\u00a0Ja, das muss ein Bild sein, so etwas kennen wir aus dem Museum:\u00a0Das ist \u00d6l auf Leinwand. Malerei. Und bemerken erst gar nicht, dass es sich um eine digitale Farbaufnahme handelt, die ein gemaltes Bild zeigt.<\/p>\n<p>Auf einmal sind wir ein wenig verunsichert.\u00a0Haben wir das Bild \u00fcberhaupt gesehen? Nicht eher gelesen?\u00a0Pr\u00e4ziser: Allein die Buchstaben und Worte erfasst, aus denen sich die Frage zusammensetzt?<\/p>\n<p>Dann w\u00fcrde die Frage, die das Bild uns zu stellen scheint,\u00a0durch unseren Blick best\u00e4tigt.\u00a0Und das Bild, das wir sehen, w\u00e4re die Antwort.<\/p>\n<p>Mmmh.<\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich sehen wir mehr. Da ist auch ein Bilderrahmen ins Bild gemalt. Ganz klar.<\/p>\n<p>W\u00fcrden wir ihn nicht gerne umdrehen wollen?\u00a0Und sehen, welches Motiv sich\u00a0auf der Vorderseite der Leinwand verbirgt?\u00a0Merkw\u00fcrdig auch dieser kleine Zettel mit der Zahl 36.<\/p>\n<p>Wir sind irritiert.<\/p>\n<p>Verweigert uns das Bild nicht gerade etwas, was es uns zugleich zeigt?\u00a0Es weckt ein Begehren (\u201eSchau mich an!\u201c)\u00a0und gleichzeitig nimmt es sich vor unseren Augen in Schutz.<\/p>\n<p>Vielleicht erinnert uns das Bild an etwas, wir haben eine Vermutung.\u00a0Da sind dieser Name und die Herausgeberschaft.\u00a0Das kennen wir von Buchtiteln. Unten steht ein Vermerk: \u201eBuch und Text\u201c.\u00a0Er l\u00e4sst uns an ein Logo denken, etwa das einer Buchreihe.<\/p>\n<p>Im Seminar w\u00fcrden wir nun recherchieren\u00a0und tats\u00e4chlich schnell ein Buch mit diesem Cover ausfindig machen.\u00a0Es w\u00e4re 460 Seiten dick!<\/p>\n<p>Dann hielten wir dieses Buch in den H\u00e4nden, w\u00fcrden auf den Titel schauen,\u00a0ihn unweigerlich mit dem \u201eOriginal\u201c abgleichen und feststellen:\u00a0unser gemaltes Bild wurde von der Vorlage abgemalt.\u00a0Nichts weiter.<\/p>\n<p>Sicher w\u00e4ren wir entt\u00e4uscht. W\u00fcrden denken: Das kann doch jeder.\u00a0Aber irgendwas hat sich dennoch etwas ver\u00e4ndert.\u00a0Wir denken nach.\u00a0Das Werk eines Grafikers, der einen Buchumschlag entworfen hat,\u00a0ist also nun zum Leinwandbild eines Malers geworden.<\/p>\n<p>Vielleicht hat sich das Werk eines Designers nun in ein Werk der Kunst gewandelt.\u00a0Doch was hat das zu bedeuten?\u00a0Hat sich nicht allein hierdurch der Sinn des Bildes ge\u00e4ndert?\u00a0Und mit ihm unser Blick?<\/p>\n<p>Form und Inhalt. Sinn und Nichtsinn. Gedanken und Gef\u00fchle.<\/p>\n<p>Und wir, die wir schauen, sind mittendrin.<\/p>\n<p>Bilder wollen etwas von uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zu einer Malerei von Ralph Dobratz Schauen wir uns das zun\u00e4chst einmal an. Und lesen. Was ist ein Bild? Dumme Frage, eigentlich. Wir sehen es doch. Das Bild ist eben das, was gerade vor uns ist. Vor uns, auf dem\u00a0Bildschirm, jetzt, in diesem Moment. So einfach ist das. 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